Was ist Karfreitag!?!

Artikel vom 3. April 2026
Karfreitag – Höhepunkt der Fastenzeit und Gedenktag der Kreuzigung Jesu
Der Karfreitag ist einer der wichtigsten Feiertage im Christentum – und zugleich der stillste und ernsteste Tag im Kirchenjahr. An diesem Tag erinnern sich Christen an das Leiden und Sterben Jesu Christi am Kreuz.
Der Name „Karfreitag“ stammt vom althochdeutschen Wort „kara“ und bedeutet „Trauer“ oder „Klage“. Damit beschreibt er die besondere Stimmung dieses Tages sehr treffend.
Der Karfreitag ist Teil des sogenannten „Triduum Sacrum“, der heiligen drei Tage, die mit dem Gründonnerstag beginnen und bis zum Ostersonntag reichen. Gleichzeitig bildet er den Höhepunkt der Fastenzeit.
In Deutschland ist der Karfreitag ein gesetzlicher Feiertag. Als stiller Feiertag sind öffentliche Feiern und Veranstaltungen eingeschränkt – ein Zeichen für die besondere Bedeutung dieses Tages.
Was geschah an Karfreitag?
Nach der Verhaftung Jesu in der Nacht zum Freitag wurde er zunächst vor den Hohen Rat geführt. Dort suchten die Verantwortlichen nach Gründen, ihn zu verurteilen. Schließlich bekannte sich Jesus dazu, der Sohn Gottes zu sein – was als Gotteslästerung angesehen wurde.
Währenddessen wartete Petrus draußen. Dreimal wurde er gefragt, ob er zu Jesus gehöre. Dreimal verneinte er dies. Als der Hahn krähte, erinnerte er sich an Jesu Worte und begann zu weinen.
Da die jüdischen Führer selbst keine Todesstrafe verhängen durften, brachten sie Jesus zum römischen Statthalter Pontius Pilatus. Dieser fand zunächst keine Schuld an Jesus. Doch die aufgebrachte Menge forderte seine Kreuzigung und die Freilassung eines anderen Gefangenen – Barrabas.
Schließlich gab Pilatus dem Druck nach und ließ Jesus zur Kreuzigung verurteilen.
Jesus wurde verspottet, mit einer Dornenkrone gekrönt und musste sein Kreuz selbst zur Hinrichtungsstätte tragen – dem Hügel Golgota. Auf dem Weg brach er unter der Last zusammen, sodass ein Mann namens Simon von Zyrene ihm helfen musste.
Am Kreuz wurde Jesus zwischen zwei Verbrechern gekreuzigt. Trotz seines Leidens bat er Gott um Vergebung für die Menschen:
„Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“
Während seines Todes verdunkelte sich der Himmel. Die Evangelien berichten unterschiedliche letzte Worte Jesu, darunter:
„Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ oder „Es ist vollbracht.“
Nach seinem Tod wurde Jesus in ein Grab gelegt, das mit einem schweren Stein verschlossen wurde.
Die Liturgie am Karfreitag
Die Feier des Karfreitags unterscheidet sich deutlich von anderen Gottesdiensten. Es wird keine Eucharistie gefeiert.
In der katholischen Kirche findet am Nachmittag – meist um 15 Uhr – die „Feier vom Leiden und Sterben Christi“ statt. Sie besteht aus drei Teilen:
15.00 Uhr St. Ludgerus - Karfreitagsliturgie, mitgest. v. Kirchenchor JO
15.00 Uhr St. Dionysius - Karfreitagsliturgie, mitgest. v. Kirchenchor DIO
Wortgottesdienst
Die Gemeinde hört die Passionsgeschichte, meist aus dem Johannesevangelium. Es folgen Fürbitten für die Kirche, die Welt und alle Menschen.
Kreuzverehrung
Ein verhülltes Kreuz wird schrittweise enthüllt. Die Gläubigen treten nach vorne, um das Kreuz zu verehren – oft durch eine Kniebeuge oder einen Kuss.
Kommunionfeier
Es werden Hostien ausgeteilt, die bereits am Gründonnerstag geweiht wurden. Am Karfreitag selbst findet keine Wandlung statt.
Die Kirche ist an diesem Tag bewusst schlicht gestaltet:
- keine Blumen
- keine Kerzen auf dem Altar
- kein Glockengeläut
- keine Orgelmusik
Stattdessen werden in manchen Orten Ratschen oder Klappern verwendet.
Karfreitag in der evangelischen Kirche
Auch in der evangelischen Kirche ist der Karfreitag ein zentraler Feiertag. Die Gottesdienste sind ebenfalls schlicht und ruhig.
In vielen Gemeinden wird das Abendmahl gefeiert. Die liturgische Farbe ist meist Schwarz oder Violett – als Zeichen der Trauer.
Oft werden auch musikalische Werke wie die Passionen von Johann Sebastian Bach aufgeführt, die das Leiden Jesu eindrucksvoll darstellen.
Kreuzweg und Prozessionen
In vielen Gemeinden wird am Karfreitag der Kreuzweg gebetet. Dabei wird der Leidensweg Jesu in 14 Stationen nachgegangen – von der Verurteilung bis zur Grablegung.
Mancherorts finden auch Prozessionen statt, bei denen die Ereignisse nachgestellt werden. Besonders bekannt sind solche Feiern in Jerusalem entlang der Via Dolorosa.
Fasten und Brauchtum
Der Karfreitag ist ein strenger Fast- und Abstinenztag.
Das bedeutet:
- nur eine größere Mahlzeit
- kein Fleisch
Deshalb sind Fischgerichte an diesem Tag besonders verbreitet.
Der Fisch hat auch eine symbolische Bedeutung im Christentum. Das griechische Wort „Ichthys“ steht für:
„Jesus Christus, Gottes Sohn, Erlöser“.
Bedeutung für heute
Der Karfreitag ist ein Tag des Innehaltens und der Besinnung.
Er erinnert daran:
- Leid gehört zum Leben
- Opfer und Liebe können Veränderung bringen
- selbst im Tod liegt Hoffnung
Der Karfreitag zeigt die tiefste Dunkelheit – und bereitet gleichzeitig den Weg für das Licht von Ostern.
