Was ist Gründonnerstag ?

Artikel vom 2. April 2026
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Gründonnerstag – Die Feier des letzten Abendmahls
Der Gründonnerstag ist ein zentraler Tag in der Karwoche und markiert den Beginn der wichtigsten Tage im Christentum. Auch wenn er kein gesetzlicher Feiertag ist, hat er eine große religiöse Bedeutung: Mit dem letzten Abendmahl beginnt das Leiden und Sterben Jesu Christi.
Am Abend des Gründonnerstags startet das sogenannte „Triduum Sacrum“ – die drei heiligen Tage, die bis zum Ostersonntag führen. Nach alter Tradition beginnt ein neuer Tag bereits am Vorabend. Deshalb gehört der Gründonnerstagabend bereits zu dieser besonderen Zeit.
Was ist Gründonnerstag?
Am Gründonnerstag erinnern sich Christen an das letzte Mahl Jesu mit seinen Jüngern vor seiner Verhaftung.
Dieses Ereignis ist von zentraler Bedeutung, weil Jesus dabei die Eucharistie bzw. das Abendmahl eingesetzt hat. Bis heute ist dieses Sakrament ein fester Bestandteil christlicher Gottesdienste.
Der Gründonnerstag verbindet zwei Gegensätze:
- Gemeinschaft und Nähe beim gemeinsamen Mahl
- Abschied und Trauer über das, was bevorsteht
Was geschah laut Bibel am Gründonnerstag?
Nach der Bibel feierte Jesus am Abend mit seinen Jüngern das Pascha-Fest.
Während des Essens nahm er Brot, brach es und gab es seinen Jüngern. Danach reichte er den Wein und sagte, dass sie dies in Zukunft zu seinem Gedächtnis tun sollen. Damit begründete Jesus das Abendmahl.
Jesus wusste bereits, dass Judas Iskariot ihn verraten würde. Auch wusste er, dass sein Leidensweg kurz bevorsteht.
Im Johannesevangelium wird berichtet, dass Jesus seinen Jüngern die Füße wusch. Diese Handlung war eigentlich Dienern vorbehalten. Jesus wollte damit zeigen:
Wahre Größe zeigt sich im Dienen und in der Liebe zum Mitmenschen.
Nach dem Abendmahl ging Jesus mit seinen Jüngern zum Ölberg in den Garten Getsemani. Dort betete er in großer Angst. Gleichzeitig kündigte er an, dass Petrus ihn verleugnen würde.
Später kam Judas mit Soldaten und verriet Jesus durch einen Kuss. Jesus wurde festgenommen – der Beginn seines Leidensweges.
Herkunft des Namens „Gründonnerstag“
Die Herkunft des Namens ist nicht eindeutig geklärt. Es gibt mehrere mögliche Erklärungen:
Eine Theorie führt den Namen auf alte Wörter wie „gronan“ oder „grînan“ zurück. Diese bedeuten „weinen“ oder „klagen“. Der Name könnte also mit der Trauer über das Leiden Jesu zusammenhängen.
Eine andere Erklärung spricht vom „Tag der Grünen“ (lateinisch „dies viridium“). An diesem Tag wurden früher Büßer wieder in die Gemeinschaft aufgenommen und symbolisch zu neuem Leben geführt.
Auch die Farbe Grün könnte eine Rolle spielen, da sie für Hoffnung und neues Leben steht. Heute ist die liturgische Farbe am Gründonnerstag jedoch Weiß.
Ein weiterer Brauch ist das Essen von grünen Speisen wie Kräutern oder Spinat, die Gesundheit und Kraft bringen sollen.
Brauchtum und Liturgie am Gründonnerstag
Der Gründonnerstag ist liturgisch besonders geprägt.
Am Vormittag findet in vielen Bistümern die Chrisammesse statt. Dabei werden die heiligen Öle geweiht, die für wichtige Sakramente verwendet werden.
Am Abend wird die Messe vom letzten Abendmahl gefeiert. Sie ist festlich, aber auch von beginnender Ernsthaftigkeit geprägt.
Während des „Gloria“ läuten ein letztes Mal die Glocken und die Orgel spielt. Danach verstummen beide bis zur Osternacht. Im Volksmund sagt man: Die Glocken fliegen nach Rom.
Ein wichtiger Bestandteil vieler Gottesdienste ist die Fußwaschung. Dabei wäscht der Priester mehreren Menschen die Füße – als Zeichen der Nächstenliebe.
Nach der Messe wird das Allerheiligste an einen Seitenaltar übertragen. Der Hauptaltar wird vollständig abgeräumt. Das symbolisiert die Verlassenheit Jesu und den Beginn seines Leidens.
Bedeutung für heute
Der Gründonnerstag ist ein Tag der Gemeinschaft, der Erinnerung und der inneren Einkehr.
Er zeigt:
- Gemeinschaft und Zusammenhalt sind wichtig
- Dienen und Helfen gehören zum Leben
- Auch schwere Zeiten gehören dazu
Gleichzeitig ist er der Beginn eines Weges, der über Leid und Tod hinaus zur Hoffnung und zum neuen Leben an Ostern führt.
