Es tut mir leid

Artikel vom 5. Mai 2026
Liebe Familie der DJK,
leider muss ich heute diesen schweren Schritt bekanntgeben:
Wir ziehen unsere zweite Mannschaft aus dem laufenden Spielbetrieb zurück.
Diese Worte zu schreiben, fällt mir alles andere als leicht.
Es geht um mehr als Fußball
Eine Mannschaft ist nicht einfach nur ein Spielbetrieb.
Da geht es um Menschen. Um gemeinsame Abende auf dem Platz. Um Gespräche in der Kabine. Um das Gefühl, Teil von etwas zu sein.
Und genau deshalb tut dieser Schritt weh.
Weil wir wissen, dass wir damit nicht nur eine sportliche Entscheidung treffen, sondern etwas auflösen, das für viele wichtig war.
Wir haben lange daran geglaubt
Zu Beginn der Saison waren wir überzeugt, dass wir mit unserem Kader zwei Mannschaften stellen können.
Das war keine leichtfertige Entscheidung – sondern eine, hinter der wir als Verein standen.
Und wir haben lange daran festgehalten.
Auch als es schwieriger wurde.
Auch als Verletzungen dazu kamen.
Auch als es Woche für Woche enger wurde.
Wir haben versucht, Lösungen zu finden.
Haben Spieler zusammengetrommelt, organisiert, improvisiert.
Einfach, weil wir beide Mannschaften am Leben halten wollten.
Der Moment, an dem man ehrlich sein muss
Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem man sich eingestehen muss: So geht es nicht mehr weiter.
Dieser Punkt ist jetzt gekommen.
Die Realität ist, dass es von Woche zu Woche schwieriger wurde, überhaupt eine Mannschaft zusammenzubekommen – ohne dabei an anderer Stelle wieder ein Loch aufzureißen.
Und irgendwann geht es dann nicht mehr darum, es irgendwie zu schaffen, sondern darum, die richtige Entscheidung für den Verein zu treffen.
Ein persönliches Wort von mir
Ich möchte an der Stelle ganz offen sagen:
Diese Verantwortung nehme ich als 1. Vorsitzender auf mich.
Wir haben uns damals bewusst dafür entschieden, weiterzumachen und zwei Mannschaften im Spielbetrieb zu halten – trotz der Verletzungen und der dünner werdenden Personaldecke.
Ich habe nicht klar genug gesehen, dass bei einigen Spielern die Motivation nachlässt und Unzufriedenheit entsteht.
Wenn ich ehrlich bin, war das nicht nur eine sachliche Entscheidung.
Es war auch die Hoffnung, dass wir es gemeinsam irgendwie schaffen. Vielleicht auch die Angst, diesen Schritt gehen zu müssen.
Heute weiß ich: Da hätte ich nüchterner und im Sinne des Vereins früher handeln müssen.
Es geht nicht um Schuld
Wichtig ist mir aber auch:
Das hier ist kein Versagen von einzelnen.
Nicht von den Trainern, die über die gesamte Saison hinweg alles gegeben haben.
Nicht von den Spielern, die da waren und Verantwortung übernommen haben.
Wir haben als Verein gemeinsam versucht, diesen Weg zu gehen.
Und jetzt treffen wir gemeinsam die Entscheidung, ihn so nicht weiterzugehen.
Für die, die immer da waren
Am meisten tut es mir für die leid, die Woche für Woche da waren.
Die trainiert haben. Die gespielt haben. Die sich auf jedes Spiel gefreut haben.
Für euch ist das besonders bitter – und das wissen wir.
Ihr seid ein wichtiger Teil dieses Vereins.
Was jetzt zählt
So schwer dieser Schritt auch ist – er gehört zu unserem Weg dazu.
Jetzt geht es darum, die letzten Wochen der Saison gemeinsam zu gehen.
Als Verein. Als Mannschaft. Ohne unnötige Unruhe.
Und vor allem: zusammen.
Wir kommen da gemeinsam durch
Heute überwiegt die Enttäuschung.
Das ist ehrlich. Das ist menschlich.
Aber wir werden daraus lernen.
Danke an alle Spieler und Trainer,
die uns gerade in den schwierigen Wochen
mit Einsatz, Herz und Zusammenhalt getragen haben.
Ihr wart da.
Ihr habt Verantwortung übernommen.
Und genau das macht unseren Verein aus.
Und nun zählt nur die Unterstützung durch die Mitglieder und Fans.
Gemeinsam für Vierlinden.
Christian Landers
- Vorsitzender
DJK Vierlinden 1928 e.V.
