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Hoher Besuch bei der DJK

Artikel vom 16. Juni 2026

Der Artikel wird präsentiert von:

     

    Ein Abend, der in die Geschichte der DJK Vierlinden eingehen wird

    Manchmal merkt man bereits vor dem ersten Gespräch, dass ein Abend anders werden wird als viele zuvor.

    Der 15. Juni 2026 war so ein Abend.

    Als gegen 18 Uhr die ersten Gäste auf der Platzanlage der DJK Vierlinden eintrafen, war allen Beteiligten bewusst, dass dies kein gewöhnlicher Termin werden würde. Was zu diesem Zeitpunkt allerdings noch niemand ahnen konnte: Aus einem geplanten Vereinsdialog würden fast vier Stunden voller offener Gespräche, ehrlicher Worte, gegenseitiger Anerkennung, konstruktiver Kritik und neuer Perspektiven werden.

    Und vielleicht war genau das das Besondere an diesem Abend.

    Denn nach aktuellem Kenntnisstand hat es in der fast 100-jährigen Geschichte der DJK Vierlinden noch nie gegeben, dass ein amtierender Präsident des Fußballverbandes Niederrhein persönlich die Sportanlage der DJK besucht hat.

    Allein diese Tatsache verdient einen Moment der Einordnung.

    Peter Frymuth ist nicht irgendein Verbandsvertreter.

    Als Präsident des Fußballverbandes Niederrhein vertritt er die Interessen von mehreren hundert Vereinen mit zehntausenden aktiven Fußballerinnen und Fußballern. Gleichzeitig ist er seit vielen Jahren auch auf Ebene des Deutschen Fußball-Bundes aktiv und zählt zu den bekanntesten Persönlichkeiten im deutschen Amateurfußball.

    Wer seinen Terminkalender kennt, weiß, wie außergewöhnlich ein solcher Besuch ist.

    Umso größer war die Wertschätzung, dass er sich gemeinsam mit seinen Kollegen einen kompletten Abend Zeit nahm, um die DJK Vierlinden kennenzulernen.

    Doch der Verband kam nicht zufällig.

    Der Verband kam auch nicht, weil die DJK um Aufmerksamkeit gebeten hatte.

    Der Verband kam, weil die Entwicklung der DJK Vierlinden aufgefallen ist.

    Die nahezu verdreifachte Anzahl an Mannschaften.

    Die intensive Jugendarbeit.

    Die vielen Trainerlehrgänge.

    Die Entwicklung im Schiedsrichterwesen.

    Die strukturellen Veränderungen.

    Die zahlreichen Projekte.

    Und die Tatsache, dass auf einer vergleichsweise kleinen Anlage Dinge entstehen, die selbst im Verband wahrgenommen werden.

    Ausgangspunkt des Besuchs war Daniel Huth.

    Als DFB-Masterplan-Koordinator begleitet er Vereine bei ihrer Entwicklung und unterstützt sie bei Zukunftsprojekten. In den vergangenen Monaten fiel ihm immer wieder auf, wie häufig der Name DJK Vierlinden in Gesprächen auftauchte.

    Mal ging es um Jugendfußball.

    Mal um Trainerausbildung.

    Mal um Vereinsentwicklung.

    Mal um Schiedsrichter.

    Immer wieder fiel der Name DJK Vierlinden.

    Und irgendwann entstand die Idee:

    Warum nicht einfach selbst vorbeifahren und sich vor Ort ein Bild machen?

    Wenn der Präsident des Verbandes über die Anlage läuft

    Gemeinsam mit Peter Frymuth reisten Michael Krieger und Jürgen Wöhrmann an.

    Michael Krieger verantwortet als Vorsitzender des Kreisfußballausschusses den Senioren-Spielbetrieb im Fußballkreis Duisburg-Mülheim-Dinslaken.

    Jürgen Wöhrmann ist Vorsitzender des Kreisjugendausschusses und damit einer der wichtigsten Ansprechpartner für den Jugendfußball in der Region.

    Zusammen mit Daniel Huth bildeten sie eine Delegation, die den Amateurfußball aus nahezu allen Blickwinkeln betrachtet.

    Für die DJK Vierlinden nahmen der 1. Vorsitzende Christian Landers und Geschäftsführer Michael Henn teil.

    Doch bevor überhaupt ein offizielles Gespräch begann, stand zunächst etwas anderes auf dem Programm:

    Die Gäste wollten die DJK sehen.

    Nicht auf dem Papier.

    Nicht in Präsentationen.

    Sondern vor Ort.

    „Wie alt ist das eigentlich?“

    Es dauerte keine zehn Minuten, bis sich die Frage des Abends herauskristallisierte.

    „Wie alt ist das eigentlich?“

    Diese Frage fiel immer wieder.

    Am Vereinsheim.

    An den Kabinen.

    Am Flutlicht.

    An den Zäunen.

    An den Wegen.

    An nahezu jeder Ecke der Anlage.

    Und mit jeder Antwort wurde deutlicher, unter welchen Bedingungen die DJK Vierlinden arbeitet.

    Vieles stammt aus einer Zeit, in der niemand daran dachte, dass hier einmal so viele Mannschaften trainieren würden.

    Vieles wurde über Jahrzehnte erhalten.

    Vieles mehrfach repariert.

    Vieles immer wieder provisorisch verbessert.

    Und dennoch funktioniert der Betrieb.

    Tag für Tag.

    Woche für Woche.

    Jahr für Jahr.

    Während andere Vereine auf kommunale Unterstützung zurückgreifen können, muss die DJK als private Anlage viele Dinge selbst stemmen.

    Und genau das sorgte bei den Gästen für Respekt.

    Denn schnell wurde klar:

    Hier wird nicht nur Fußball gespielt.

    Hier wird jeden Tag gearbeitet.

    Die vielen kleinen Dinge, die niemand sieht

    Ein besonderer Moment entstand im Materialraum.

    Ein Raum, den Besucher normalerweise nur wenige Sekunden sehen.

    Doch an diesem Abend blieb die Gruppe deutlich länger stehen.

    Bälle.

    Leibchen.

    Hütchen.

    Koordinationsmaterial.

    Trainingshilfen.

    Alles sauber sortiert.

    Alles beschriftet.

    Alles an seinem Platz.

    Mehrfach wurde anerkennend festgestellt, wie ordentlich und strukturiert hier gearbeitet wird.

    Für viele mag das nebensächlich erscheinen.

    Für einen Verein mit zahlreichen Mannschaften ist es jedoch ein Zeichen dafür, wie ernst man die tägliche Arbeit nimmt.

    Denn gute Vereinsarbeit zeigt sich nicht nur auf dem Platz.

    Sondern oft in den Dingen, die niemand sieht.

    Vandalismus – ein Problem, das Kraft kostet

    Während des Rundgangs wurde aber auch über die weniger schönen Seiten gesprochen.

    Ein Thema war dabei besonders präsent:

    Vandalismus.

    Immer wieder entstehen Schäden auf der Anlage.

    Immer wieder müssen Dinge repariert werden.

    Immer wieder wird Zeit investiert, die eigentlich für die Weiterentwicklung des Vereins vorgesehen war.

    Dabei geht es oft gar nicht um die finanziellen Schäden.

    Viel schwerer wiegt der Frust.

    Der Frust darüber, dass Menschen ihre Freizeit investieren, etwas aufbauen und erhalten – und andere es mutwillig beschädigen.

    Die Vertreter des Verbandes hörten aufmerksam zu.

    Es wurden Erfahrungen ausgetauscht.

    Möglichkeiten diskutiert.

    Und erste Ideen angesprochen, wie Vereine zukünftig möglicherweise stärker unterstützt werden könnten.

    Aus einem offiziellen Termin wird ein ehrlicher Vereinsabend

    Als die Gruppe schließlich ins Geschäftszimmer ging, begann der eigentliche Vereinsdialog.

    Doch bereits nach wenigen Minuten war klar:

    Das hier wird keine Veranstaltung mit vorbereiteten Antworten.

    Niemand las von Zetteln ab.

    Niemand hielt Vorträge.

    Niemand versteckte sich hinter Floskeln.

    Stattdessen entwickelte sich eine Gesprächsrunde, wie man sie unter Fußballern kennt.

    Direkt.

    Offen.

    Ehrlich.

    Mit Meinungen.

    Mit Emotionen.

    Mit Humor.

    Und manchmal auch mit Kritik.

    Es wurde über die vergangenen 14 Monate gesprochen.

    Über den Anbau.

    Über die unzähligen Termine mit Behörden.

    Über Genehmigungen.

    Über Rückschläge.

    Über Projekte.

    Über neue Strukturen.

    Über Digitalisierung.

    Über Transparenz.

    Und über die Frage, wie man einen Verein mit immer mehr Mitgliedern organisiert, ohne dabei die familiäre Atmosphäre zu verlieren.

    Immer wieder wurde deutlich, wie viel Arbeit hinter den Dingen steckt, die nach außen oft selbstverständlich wirken.

    Wir können meckern – und genau das haben wir auch getan

    Natürlich blieb es nicht nur bei positiven Themen.

    Und genau das war auch richtig.

    Denn wann hat man schon einmal die Möglichkeit, mit dem Präsidenten des Fußballverbandes, dem Vorsitzenden des Kreisfußballausschusses, dem Vorsitzenden des Kreisjugendausschusses und dem DFB-Masterplan-Koordinator gleichzeitig an einem Tisch zu sitzen?

    Also wurde offen gesprochen.

    Warum müssen sich Ehrenamtliche viele Informationen mühsam selbst zusammensuchen?

    Warum gibt es keine zentrale digitale Vereinsmappe für neue Vorstandsmitglieder?

    Warum gibt es keine einheitlichen Hilfestellungen für Vereinsverantwortliche?

    Warum müssen viele Vereine dieselben Fehler machen, obwohl andere diese Probleme bereits gelöst haben?

    Es wurde über die Relegation gesprochen.

    Über Entscheidungsprozesse.

    Über Strukturen.

    Über Kommunikationswege.

    Über Dinge, die Vereine beschäftigen.

    Und ja:

    Es fielen auch mal deutlichere Worte.

    Vor allem dann, wenn Themen angesprochen wurden, die viele Vereine seit Jahren beschäftigen.

    Doch genau dafür war dieser Abend da.

    Nicht um sich gegenseitig auf die Schulter zu klopfen.

    Sondern um offen über die Realität des Amateurfußballs zu sprechen.

    Aus Kritik wird Verständnis

    Besonders beeindruckend war dabei, dass die Vertreter des Verbandes nicht ausweichend reagierten.

    Im Gegenteil.

    Viele Fragen wurden direkt beantwortet.

    Andere wurden erklärt.

    Manche Diskussionen dauerten zehn oder fünfzehn Minuten.

    Plötzlich wurden Zusammenhänge sichtbar, die man vorher nicht kannte.

    Es wurde erklärt, warum bestimmte Entscheidungen getroffen werden.

    Warum manche Prozesse so lange dauern.

    Warum nicht alles so einfach ist, wie es von außen manchmal wirkt.

    Und je länger die Gespräche dauerten, desto mehr entstand Verständnis auf beiden Seiten.

    Das DFB-Punktespiel sorgt für Staunen

    Ein Höhepunkt des Abends war das Thema DFB-Punktespiel.

    Aktuell steht die DJK dort mit null Punkten.

    Eine Zahl, die bei den Verantwortlichen der DJK seit längerer Zeit für Unverständnis sorgt.

    Nachdem dieses Thema auf den Tisch kam und Christian Landers seine Meinung dazu sehr deutlich machte, wurde direkt nachgeschaut.

    Was dann herauskam, überraschte alle Beteiligten.

    Es stellte sich heraus, dass die DJK bereits fünf Maßnahmen eingereicht hatte.

    Alle fünf waren abgelehnt worden.

    Gemeinsam ging man die einzelnen Punkte durch.

    Und plötzlich entstand Erstaunen.

    Denn bei nahezu jedem Punkt waren sich die Anwesenden einig, dass die Ablehnungen zumindest hinterfragt werden müssen.

    Je tiefer man einstieg, desto deutlicher wurde:

    Die DJK macht deutlich mehr, als aktuell im Punktespiel sichtbar wird.

    Am Ende fiel sogar die Einschätzung, dass die DJK bei korrekter Bewertung durchaus Goldstatus oder möglicherweise sogar Platinstatus erreichen könnte.

    Daraufhin sagte der Verband zu, sämtliche offenen Punkte nochmals selbst zu prüfen und gegebenenfalls nachzutragen.

    Ein Thema, dessen Ergebnis nun mit großer Spannung erwartet wird.

    Lob in beide Richtungen

    Trotz aller Kritik wurde an diesem Abend auch gelobt.

    Und zwar ehrlich.

    Die DJK hob ausdrücklich die Arbeit der ehrenamtlichen Mitarbeiter des Verbandes hervor.

    Insbesondere die Staffelleiter wurden genannt.

    Menschen, die oft im Hintergrund arbeiten und ohne die der Spielbetrieb nicht funktionieren würde.

    Gleichzeitig erhielt auch die DJK viel Anerkennung.

    Vor allem die Entwicklung im Schiedsrichterwesen wurde ausdrücklich hervorgehoben.

    Die Verantwortlichen des Verbandes machten deutlich, dass die DJK mittlerweile zu den Vereinen gehört, die in diesem Bereich besonders positiv auffallen.

    Und genau hier fiel ein Satz, der die Philosophie der DJK vielleicht am besten beschreibt:

    „Wenn wir über etwas meckern, müssen wir auch schauen, wie wir selbst helfen können, das Problem zu lösen.“

    Genau deshalb engagiert sich die DJK bei den Schiedsrichtern.

    Nicht nur reden.

    Sondern machen.

    Nicht nur fordern.

    Sondern mit anpacken.

    Nun beginnt das Warten

    Als die Uhr schließlich auf 22 Uhr zuging, war aus einem geplanten Termin längst ein besonderer Abend geworden.

    Zwischendurch schaute auch Marcel Timpanaro, stellvertretender Vorsitzender der DJK Vierlinden, für etwa eine Stunde vorbei und begrüßte die Gäste persönlich.

    Zum Abschluss gab es ein gemeinsames Foto und einen Ballsack als Geschenk des Verbandes.

    Doch viel wichtiger waren die Dinge, die man nicht fotografieren konnte.

    Die Gespräche.

    Die Ideen.

    Die Wertschätzung.

    Und die Zusagen.

    Nun beginnt das Warten.

    Auf die Prüfung der DFB-Punkte.

    Auf Rückmeldungen zu Fördermöglichkeiten.

    Auf Ergebnisse der angesprochenen Themen.

    Und auf die Frage, welche Impulse dieses außergewöhnlichen Abends in den kommenden Monaten Realität werden.

    Eines steht jedoch schon heute fest:

    Der 15. Juni 2026 war mehr als ein Vereinsdialog.

    Er war ein Abend, der gezeigt hat, dass die DJK Vierlinden wahrgenommen wird.

    Und das macht den gesamten Verein stolz.