Christkönigsfest - Totensonntag

Artikel vom 18. November 2025
Der Artikel wird präsentiert von:
Das Christkönigsfest
Ein kirchliches Fest mit tiefer Bedeutung
Am letzten Sonntag im Kirchenjahr feiern Katholiken das Christkönigsfest – ein Hochfest, das den Glauben an Jesus Christus als König der Welt in den Mittelpunkt stellt. Während evangelische Christen an diesem Tag den Totensonntag oder Ewigkeitssonntag begehen und orthodoxe Gläubige den Sonntag vom Jüngsten Gericht, richten Katholiken ihren Blick auf Christus, den König über Raum und Zeit.
Was bedeutet das Christkönigsfest?
Der vollständige Name dieses Hochfestes lautet:
„Hochfest unseres Herrn Jesus Christus, des Königs des Weltalls“.
Das Fest erinnert daran, dass Jesus kein König im irdischen Sinn ist – nicht herrschend mit Macht und Waffen, sondern mit Liebe, Barmherzigkeit und Frieden. Sein Reich ist dort, wo Menschen einander in Güte begegnen, wo Vergebung geschieht und wo Hoffnung wächst.
Die liturgische Farbe des Tages ist weiß – Symbol für Freude, Licht und die Herrlichkeit Gottes.
Wann wird Christkönig gefeiert?
Das Christkönigsfest wird am letzten Sonntag des Kirchenjahres gefeiert, also unmittelbar vor dem ersten Adventssonntag.
Mit diesem Tag endet das alte Kirchenjahr, und der Blick richtet sich auf das kommende Reich Christi, das eines Tages in Vollendung erscheinen wird.
Wie ist das Christkönigsfest entstanden?
Das Fest ist noch vergleichsweise jung: 1925 führte Papst Pius XI. das Christkönigsfest mit seiner Enzyklika Quas primas ein. Anlass war das 1600-jährige Jubiläum des Konzils von Nicäa, auf dem das Glaubensbekenntnis formuliert wurde.
In jener Zeit befand sich die Welt im Umbruch. Nach dem Ersten Weltkrieg waren viele Monarchien zerfallen, neue politische Systeme entstanden, und der Glaube drohte in der Öffentlichkeit an Bedeutung zu verlieren. Papst Pius XI. wollte ein Zeichen setzen: Christus allein ist König – über Menschen, Völker und Zeiten hinweg.
Ursprünglich wurde das Fest Ende Oktober gefeiert. Durch das Zweite Vatikanische Konzil (1962–1965) wurde es auf den letzten Sonntag des Kirchenjahres verlegt, um zu verdeutlichen, dass Christus am Ende der Zeiten als König wiederkehren wird.
Christkönig in schwierigen Zeiten
In Deutschland erhielt das Christkönigsfest schon bald eine besondere Bedeutung.
Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden kirchliche Jugendgruppen immer stärker eingeschränkt. Die katholische Jugendbewegung wählte deshalb das Christkönigsfest als Tag des Glaubensbekenntnisses.
Mit Fahnen, Gebeten und Liedern bekannten sich junge Menschen öffentlich zu Jesus Christus – und widersetzten sich damit auf stille, aber entschiedene Weise dem Führerkult der Nationalsozialisten.
Ihr Bekenntnis lautete:
Nicht der Mensch ist König – Christus allein ist Herr.
So wurde das Christkönigsfest zu einem Tag des Mutes, der Hoffnung und der Treue im Glauben.
Feiern evangelische Christen auch Christkönig?
In der evangelischen Kirche wird am selben Sonntag der Totensonntag oder Ewigkeitssonntag gefeiert.
An diesem Tag gedenken die Gläubigen der Verstorbenen und richten ihren Blick zugleich auf die Hoffnung, die über den Tod hinausreicht – auf das ewige Leben in der Gemeinschaft mit Gott.
Wie Katholiken an Allerheiligen und Allerseelen besuchen auch viele evangelische Christen an diesem Tag die Gräber ihrer Angehörigen, schmücken sie und schließen die Verstorbenen in ihre Gebete ein.
Was haben wir gelernt?
Das Christkönigsfest beschließt das Kirchenjahr mit einem Bekenntnis: Jesus Christus ist der Herr der Welt.
Er ist kein König, der herrscht, sondern einer, der dient – ein König der Liebe und des Friedens.
Sein Reich beginnt dort, wo Menschen im Glauben handeln, einander achten und Gottes Gegenwart in ihrem Leben spürbar machen.
